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Aug 09 2017

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Wie Lebensmittelstandards und Unternehmen die Biologische Vielfalt schützen

Wie effektiv gehen Lebensmittelstandards gegen das Artensterben vor? Der kürzlich, innerhalb der europäischen Initiative „Biodiversitätskriterien in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche“ erschienene Baseline Report zeigt Stärken und Schwächen von Lebensmittelstandards im Kampf gegen den Verlust der Biologischen Vielfalt. 54 Standards und Beschaffungsrichtlinien von Unternehmen wurden auf ihre Relevanz für den Biodiversitätsschutz analysiert. Der Verlust der Biologischen Vielfalt zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Durch menschliche Einflüsse sterben bis zu 1.000-mal mehr Arten aus als auf natürliche Weise. Die intensive Landwirtschaft und Produktionssysteme tragen wesentlich zu diesem drastischen Rückgang der Artenvielfalt bei.

Standards und Labels der Lebensmittelbranche vorantreiben

Der Global Nature Fund und die Bodensee-Stiftung wollen in der Initiative „Biodiversitätskriterien in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche“ gemeinsam mit Partnern in Frankreich, Spanien und Portugal den Schutz der Biologischen Vielfalt durch Standards und Labels vorantreiben.

Die Initiative wird gefördert vom EU LIFE Programm sowie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ist eine Kerninitiative des UN Sustainable Food Systems Programms.

Als Grundlage der Initiative analysierten die fünf Projektpartner 54 regionale, nationale, europäische und internationale Standards der Lebensmittelbranche, unter anderem von QS Standard, Global GAP, UTZ, Fairtrade, Geprüfte Qualität aus Hessen sowie Beschaffungsanforderungen von Lebensmittelunternehmen wie Nestlé und Kaufland.

Einsatz für weniger Pflanzenschutzmittel

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Baseline Report

Der Baseline Report gibt einen umfassenden Überblick, wie Kriterien zum Schutz der Biologischen Vielfalt in den Standards verankert sind. Lebensmittelunternehmen setzen sich beispielsweise verstärkt für die eingeschränkte Nutzung von Pflanzenschutzmitteln ein, während europäische, nationale und regionale Standards den Einsatz von Strickstoff und Phosphat als Dünger begrenzen.

Standards treiben außerdem den Schutz von primären und naturnahen Habitaten voran, tangieren aber den Umgang mit invasiven, gebietsfremden Arten kaum.

„Verbesserungspotenziale und Notwendigkeiten für den Schutz der Biodiversität“

Die im Baseline Report festgehaltenen Ergebnisse werden mit Standards, Unternehmen, Umweltorganisationen und Behörden diskutiert, um die Kriterien mit Relevanz für die Biologische Vielfalt zu verbessern.

Aktuell wird an Empfehlungen für Standards und Unternehmen gearbeitet, die die ganze Bandbreite der Handlungsoptionen aufzeigen. Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung, betont:

„Der Baseline Report zeigt Verbesserungspotenziale und Notwendigkeiten für den Schutz der Biodiversität in Lebensmittelstandards auf und legt damit den Grundstein für eine gemeinsame Diskussion. Erfreulicherweise findet unsere Initiative breiten Anklang bei Standardorganisationen und Lebensmittelunternehmen, sodass wir gemeinsam den Schutz der Biologischen Vielfalt effektiver gestalten können.“

Hier geht es zum DOWNLOAD des Berichts.

 

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